Mensch-Hund-Beziehung aufbauen

 

 

 

 

 

 

Vom zweiten bis vierten Lebensmonat wird der Hund auch auf den Menschen hin sozialisiert. Ist die Mensch- Hund-Beziehung intensiv und positiv, wird der Vierbeiner eine vertrauensvolle und angstfreie Bindung zu menschlichen Partnern aufbauen. Soziales Lernen lässt sich später nicht mehr aufholen. Sie sollten deshalb besonderen Wert darauf legen, Ihrem Vierbeiner gute Kontaktmöglichkeiten zu bieten.

 

 

Beziehung zum Hund braucht Zeit 

 

Verbringen Sie also möglichst viel Zeit mit ihm. Am besten planen Sie ein Minimum an Zeit – wenigstens anderthalb Stunden am Tag sollten es sein – fest ein. So stellen Sie sicher, dass Ihre Mensch-Hund-Beziehung nicht gleich am Anfang unter die Räder vielfältiger Berufsund Freizeitbeschäftigungen kommt. Und geben Sie Ihrem Hund auch Gelegenheit, andere Menschen und Hunde zu beschnuppern – zum Beispiel beim täglichen Spaziergang.

 

 

Fördern – nicht überfordern

 

Von Welpen nicht zu viel verlangen.Es ist richtig und wichtig, den Welpen in seiner Entwicklung zu fördern und ihm ein vielfältiges Lernumfeld anzubieten. Allerdings darf der eigene Ehrgeiz nicht dazu führen, den jungen Hund zu überfordern. Bei der Erziehung sollten Sie die individuelle Veranlagung des jungen Hundes berücksichtigen. Was für den forschen, selbstbewussten Welpen leicht zu bewältigen ist, kann für einen sensiblen, eher ängstlichen Hund schon eine Überforderung sein.

 

 

Zeichen für Überforderung

 

Ob Ihr Hund genug hat, können Sie an Verhalten erkennen, das unpassend scheint: Der Hund gähnt, obwohl er nicht müde ist oder hechelt, obwohl er nicht erschöpft ist. Es kann auch passieren, dass er mit den Zähnen klappert, die Lefzen plustert oder übermäßig speichelt. Manchmal fängt er auch an, Gras zu fressen oder nur scheinbar vorhandenen Spuren zu folgen. Ebenso sind Bewegungsstarre, Unruhe oder unvermitteltes Einschlafen Zeichen, dass Ihr Hund überfordert ist.

 

Ab der 10. oder 11. Lebenswoche können – und sollten – Sie dann mit den Grundkommandos beginnen. Auf jeden Fall sollte Ihr Hund lernen, auf Zuruf zu kommen, damit Sie ihn frei laufen lassen können. Auch „Sitz!“, „Aus!“ und „Nein!“ gehören dann ins Repertoire Ihres Vierbeiners. Das ellviva-Special "Hunde erziehen" behandelt die Bedeutung und Erziehung dieser Kommandos.

 

 

Lerneifer ausnutzen

 

Wie besagt, es spricht viel dafür, Ihren Hund schon in dieser Phase seines Lebens mit Kommandos und Signalen vertraut zu machen. Zwar können Hunde diese grundsätzlich auch später noch lernen. Aber es ist mühsamer und dauert länger. Denn Ihr Hund wird nie wieder schneller und leichter lernen als jetzt und sein Lerneifer ist in dieser Phase sehr stark ausgeprägt. Wenn Sie diesen Lerneifer nicht befriedigen, wird Ihr Welpe sich langweilen. Und gelangweilte Hunde trainieren sich oft selbst Unarten an, die ihnen später meist nur schwer abzugewöhnen sind

 

 

Pubertätsphase 7. – 10. Monat

 

Wie der Mensch durchleben auch Hunde eine Pubertätsphase. In dieser Phase hebt der Rüde erstmals sein Bein, und die Hündin wird zum ersten Mal läufig. Auch im Leben eines Hundes ist diese Zeit schwierig. Er wird zunehmend erwachsener und testet seine Grenzen aus – alle Zeichen stehen auf Sturm und Drang.

Manche Hunde reagieren auf einmal in sonst vertrauten Situationen mit Unsicherheit und Angst. Andere Hunde legen ein geradezu rüpelhaftes Verhalten an den Tag. Sie befolgen kein Kommando, alles Gelernte scheint vergessen.

 

 

Sich während der Pubertätsphase durchsetzen

 

Die täglichen Erziehungsübungen und eventuell den Besuch der Hundeschule sollten Sie in dieser Phase fortsetzen. Achten Sie dabei nach wie vor darauf, sich bei den Übungen durchzusetzen. Suchen Sie aber nicht die Auseinandersetzung. Wie auch bei pubertierenden menschlichen Jugendlichen würde das schlimmstenfalls zu einer Eskalation führen. Rufen Sie beispielsweise den Hund nicht, wenn er gerade zu abgelenkt ist. Er würde dann nämlich Ihrem Kommando kaum nachkommen können.

Aber trösten Sie sich: Die Pubertät geht vorbei. Am Ende des ersten Jahres wird es wieder besser. Dann haben sich die Hormone eingependelt – und auch der Erziehungserfolg stellt sich wieder leichter ein. Mit Ausnahme einiger großer Rassen sind Hunde nun geschlechtsreif. Deshalb heißt es oft, Hunde seien mit einem Jahr erwachsen.